Donnerstag, 22. Juli 2010

Schildhofwanderung im Passeiertal

Wanderung zu den Ansitzen im Umkreis von St. Martin
Höhenunterschied: ca. 100 m. Gesamtgehzeit: ca. 3 Std.
Orientierung und Schwierigkeit: Problemlose Wanderung mit großteils freier Sicht, im Zweifelsfall bei den Höfen nach dem Weiterweg fragen.
Beste Jahreszeit: Frühling bis Spätherbst. In ca. 30 min. Fahrt von Ihrem Hotel in Meran aus erreichbar. Tipps und Kartenmaterial an erhalten Sie an der Rezeption.
Die Zahl der Passeirer Schildhöfe beträgt ein Dutzend, der nördlichste liegt zwischen St.Leonhard und Moos, der südlichste in Saltaus hinter Riffian. Daher kann hier natürlich keine Wanderung vorgeschlagen werden, bei der man alle Schildhöfe kennenlernt - dazu wären die Entfernungen doch zu groß. Aber da an der Westseite von St. Martin die Schildhöfe Steinhaus, Baumkirch, Gereut, der Pseirerturm und der Schildhof Kalm nicht allzuweit voneinander entfernt sind, läßt sich in Form einer Rundwanderung doch ein recht guter Einblick in diese besondere Art von »Bauernhöfen« gewinnen.


Auf die Geschichte jedes einzelnen Schildhofes kann hier zwar natürlich nicht näher eingegangen werden, wir wollen aber doch zumindest ganz allgemein und mit der gebotenen Kürze die Frage aufwerfen, was es mit diesen »Höfen« auf sich hat. Denn wenn man etwa den Schildhof Steinhaus mit seinen Ecktürmen betrachtet, der seine heutige Form um 1500 erhalten hat, oder so manchen anderen Schildhof in Gestalt hochmittelalterlicher Wohntürme, wie etwa den Schildhof Kalm oder den Pseirerturm, oder wenn wir gar vor dem prächtigen Schildhof Saltaus weiter talauswärts stehen, dann fragen wir uns:
Sind das denn Bauernhöfe? Nun war man gewöhnt, sie als Bauernhöfe zu betrachten, die im Mittelalter besondere Privilegien besaßen, und der Aufmarsch der Schildhofbauern mit Schild und Speer bei festlichen Anlässen wurde in neuerer Zeit zum sichtbaren Ausdruck dieser Sonderstellung. Aber was man schon beim Anblick dieser ganz und gar nicht bauernhofartigen Bauten vermutet, wird von der neueren Forschung bestätigt: Die ursprünglichen Besitzer der Schildhöfe gehörten nicht dem Bauernstand, sondern dem Adelsstand an, und somit haben wir hier nicht rein landwirtschaftliche Anwesen, sondern Adelssitze vor uns, auch wenn sie »Höfe« genannt werden.
Freilich ist keineswegs allen Schildhöfen anzusehen, daß sie einst im Besitz von Adelsleuten standen, ja manche sind heute nicht einmal mehr Bauernhöfe, sondern in neuerer Zeit zu recht gewöhnlichen Häusern geworden. Aber einige haben, wie gesagt, ihren besonderen Charakter bewahrt, und den werden wir bei unserer Wanderung näher kennenlernen.
Unser Wandervorschlag:
Wegverlauf: Von der Dorfmitte in St. Martin (595 m) zunächst zwischen Häusern nordwärts hinan zum Ortsrand und dann auf einem Fahrweg westwärts hinauf zum weithin sichtbaren Schildhof Steinhaus (678 m). Von da aus könnte man eine größere Rundwanderung über den etwas höher verlaufenden Steinhauser Waalweg (beschildert, Rastbänke) unternehmen, doch sei hier die tiefer verlaufende Route durch die Wiesen empfohlen: vom Schildhof Steinhaus teils auf Höfezufahrt, teils auf Flurwegen zunächst abwärts und dann eben durch Wiesenhänge südwärts zu den Schildhöfen Baumkirch und Gereut (630 m), dann die Wiesenhänge und ein Waldstück querend nahezu eben südwärts weiter zum auffallenden Schildhof Pseirerturm nahe der
Mündung des Kalmtales (etwas weiter südlich der ähnliche Schildhof Kalm), nun hinunter zur Talstraße, auf dieser kurz nordwärts, dann rechts auf Brücke über die Passer und schließlich über die Bachpromenade in ebener Wanderung talein nach St. Martin.

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