Samstag, 14. August 2010

Ezra Pound - Amerikas Homer in Tirol

Keine leichte Kost ist Ezra Pound. Sein literarisches Werk zählt zur Weltliteratur, seine „Cantos" werden in einem Atemzug mit Homer und Dante genannt. Vier Jahre lebte der heute bedeutendste amerikanische Lyriker der Moderne auf der Brunnenburg in Dorf Tirol nahe Meran.
Voller Widersprüche war sein Leben, sein literarisches Schaffen ist jedoch brillant. Von Dag Haromarskjöld, dem einstigen UNO-Generalsekretär, für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen, Freund und Förderer von Ernest Hemingway, T. S. Eliot und James Joyce, wurde Pound die richtig große Würdigung nie zuteil. Das offizielle Amerika hat ihm nie das vergeben, was Hochverrat genannt wurde.


Zu sehr war Pound mit dem Faschismus verstrickt gewesen, hatte Mussolini verehrt und von 1941 bis 1943 in Radioansprachen aus Rom die amerikanische Politik weltweit verunglimpft. Es ist für einen Außenstehenden nicht so einfach nachzuvollziehen, wie ein hoch intellektueller Mensch vom Schlage Pounds in seinen politischen Anschauungen derart extremistische Haltungen einnehmen konnte.Er zahlte dafür einen hohen Preis. 1945 wurde er bei Pisa -Pound lebte seit 1923 in Rapallo - in einem amerikanischen Gefangenenlager für mehrere Wochen in einen Käfig gesperrt und schließlich in die USA gebracht, wo ihm der Prozess wegen Hochverrats gemacht wurde. Knapp entging er der Todesstrafe und landete für 13 Jahre in einer Nervenheilanstalt. Es waren alte Freunde, darunter Eliot und Hemingway, die seine Freilassung erwirkten.
Sein Lebensweg führte ihn darauf nach Dorf Tirol. Mary, die Tochter seiner Lebensgefährtin. hatte mit ihrem Ehemann Boris de Rachewiltz die baufällige Brunnenburg gekauft und ausgebaut. Vier Jahre sollte Pound in Südtirol bleiben, hier vollendete er seine weltberühmten Cantos", hier fand er wieder Boden unter den Füßen. In Martinsbrunn kurierte er sich von seinen Leiden, besuchte mit seinen Enkeln die, Pferderennen in Meran und beschäftigte sich intensiv mit Konfuzius. Schriftsteller und Künstler aus aller Welt gaben sich auf der Brunnenburg die Klinke in die Hand, ohne dass Südtirol jemals davon Kenntnis nahm.Der Traum seines Lebens war es gewesen, ein großes Epos zu schreiben. Dante und Homer waren seine Vorbilder. „Keiner", sagte er, „kann freie Verse schreiben, der sich nicht erst mit der gebundenen Rede geplagt hat." In Paris, wo Pound seit 1921 lebte, erschienen die ersten sechzehn „Cantos", ein Epos, das er 1916 begonnen hatte und das zu einem Werk von 116 „Cantos" heranwuchs. Es ist sein Lebenswerk geworden, der Versuch, der Wahrheit Sprache zu verleihen, ein Gesamtkunstwerk, das alle Kulturen umfasst, eine Welt- und Menschheitsgeschichte in ihrer Ganzheit.
Ein Rätsel wird Pound bleiben. Sein Engagement für Mussolini und den italienischen Faschismus. seine Radikalität und kompromisslose Haltung, auch in Wirtschaftsfragen. mit denen er sich zeitlebens beschäftigte, ecken an. Sein literarisches Werk jedoch bleibt eine Herausforderung. Er starb 1972 in Venedig, wo er auf der Insel San Michele begraben liegt: „Der Fehler liegt im Nicht tun und im Kleinmut, der nichts wagte." Pound wagte.
Die Brunnenburg, in der Pound lebte, ist per Bus in 20 Minuten oder 10 Minuten mit dem Pkw von Ihrem Relaxhotel in Meran zu erreichen.

2 Kommentare:

  1. Es bliebt zeitlebens ein eingefleischter Anfänger des Faschismus. Das ist Antwort auf die Frage, warum er nie einen Preis bekam, auch seine Werke auch in den USA eher unpopulär sind und fast ausschließlich in akademischen Kreisen bearbeitet werden. Der diesem Blogbeitrag zugrunde liegende Wikipedia-Artikel ist doch sehr ... weiss- und weichgespühlt.
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  2. Der Beitrag wurde nicht auf Grund des Wikipedia Artikels als Quelle geschrieben, sondern der Link zu Wikipedia dient nur als Ergänzung zum Blogtext. Ezra Pound eckte und eckt an, das ist sicher, seine politische Ausrichtung hat ihm sicherlich Auszeichnungen verwehrt.
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