Sonntag, 8. August 2010

Jaufenburg im Passeiertal


Die Jaufenburg gilt als einzige »echte« Burg des Passeiertales. Die Anreise ist per Pkw oder Bus von Ihrem Wellnesshotel in Meran aus in 30 - 45 min. möglich. Die Wanderung selbst ist leicht und problemlos zu bewältigen, die Wege sind gut markiert.
Ab Jaufenburg 1 ½ Std, Gesamtgehzeit 3 1/2 Stunden, beste Jahreszeit: Frühsommer bis Spätherbst.


Die Jaufenburg ist, sieht man von einigen burgähnlichen Ansitzen und dem schon dem Meraner Raum zuzurechnenden Schloß Schenna ab, die einzige Burganlage des Passeiertales, mag sie heute auch fast nur noch aus dem Bergfried bestehen. Sie hat den Namen vom unweit von ihr vorbeiführenden Jaufenweg, und dieser wiederum ist nach dem über 2000 m hohen Jaufenpaß, dem Übergang von Meran nach Sterzing, benannt.
Doch hoch im Gebirge liegt die Burg nicht, und wer es eilig hat, kann sie vom Passeirer Dorf St.Leonhard aus in nur kurzem Aufstieg erreichen; wer jedoch Zeit hat und noch dazu einigermaßen gehfreudig ist, wird es vorziehen, mit dem Besuch eine längere Wanderung zu verbinden.
Ein empfehlenswerter Weg führt von St Martin an der Ostseite des Tales hinein und in der Talsohle wieder zurück zum Ausgangspunkt. Sehenswürdigkeiten an diesem Rundweg sind die Passeirer Gilfenklamm, eine Felsschlucht mit mehreren Wasserfällen, dann in St. Leonhard die bereits 1116 urkundlich erwähnte Dorfkirche und zwischen den beiden Ortschaften das vielbesuchte Sandwirtshaus des berühmten Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer von anno 1809.
Weniger berühmt als der Sandhof, aber für den Burgenfreund nicht weniger interessant ist die Jaufenburg, die sich oberhalb St. Leonhard auf einem bewaldeten Hügel erhebt. Zwar sind große Teile der Burg, so vor allem zwei große Wohntrakte samt der Margarethenkapelle, bis auf wenige Mauerreste verschwunden, der fünfgeschossige und überdachte Bergfried an der höchsten Stelle des Burghügels ist aber erhalten geblieben und zeigt sich immer noch als beeindruckendes Bauwerk. Und geradezu vorzüglich erhalten hat sich die zweite Burgkapelle, ein dem Hl. Kreuz geweihtes, zierliches Kirchlein am Weg von St. Leonhard hinauf zur Jaufenburg, um 1530 erbaut.
Die Jaufenburg wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Passeier erbaut, die sie bis 1418 besaßen. Wie der romanische Hocheingang beweist, gehören zumindest die unteren Teile des Bergfrieds noch dieser Zeit an. Danach kommt die Burg im Erbwege an die Fuchs von Fuchsberg, die mit der Burg auch das Gericht Passeier innehaben, und das rund drei Jahrhunderte lang!
Doch dann setzt mit der Aufgabe von Burg und Gericht der Niedergang der stolzen Anlage ein. Um 1800 ist sie bereits eine Ruine, wenn auch noch eine hoch aufragende. Und der Verfall schreitet zügig fort. Heute krönt, wie gesagt, nur noch der hohe viereckige Bergfried den Burghügel. Und auch der versteckt sich zu einem guten Teil hinter hochstämmigen Fichten, ganz so, als wollte er gar nicht gesehen werden und darauf warten, schön renoviert und vom Wald befreit zu werden.

Wandervorschlag:
Wegverlauf : Von St. Martin in Passeier (597 m) kurz auf der Talstraße hinein, rechts über die Passer zum Südrand der Gewerbezone und der Markierung G (= Gilfenklamm) folgen zu einem kleinen Elektrizitätswerk am östlichen Bergfuß. Dann der rot- weißen Markierung folgend auf dem Fußweg rechts hinauf zum Hof Pfeiftal ( 751 m), links auf dem mit Nr. 3 markierten Höhenweg zur Brücke über die wilde Gilfenklamm, weiterhin eben auf Weg 3 zum Auffangbecken der berüchtigten „Kehlmur“, nach dessen Querung an Höfen und Häusern vorbei ( zuletzt schmale Asphaltstraße) hinein und kurz hinab nach St. Leonhard ( 688 m) und schließlich der Beschilderung „ Jaufenburg“ folgend auf Sträßchen und Fußweg hinauf zur Burg ( 824 m); ab St. Martin 2 Std – Rückweg: Von der Burg wieder zurück nach St. Leonhard, zwischen den Häusern hinab gegen die Passer, bei der straßenkreuzung links weiter, auf ebenem Weg durch die schönen Talwiesen hinaus zum Sandwirtshaus, kurz auf der Straße südwerts, dann links ( Wegweiser, Markierung) zum Scheiberhof, eben talaus zum Weiler nach St. Martin.

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