
Der Algunder Waalweg gilt als Begleitweg dreier Waale und verläuft von Gratsch-Algunder Waal-Plars und retour.
Die Anfahrt von Ihrem Wellnesshotel in Meran ist per Pkw möglich oder mit dem Waalshuttle. Ziel ist Gratsch, das von Meran herauf auf der Laurinstraße erreicht wird, bei einer scharfen Rechtskurve von der nach St. Peter führenden Straße westseitig ab (Wegweiser „Waalweg"; 370 m), zuerst kurz hinauf und dann auf dem nahezu ebenen Waalweg westwärts bis zum Grubbach bei Algund; hier kurz aufwärts und dann wieder in ebener Wanderung auf dem Waalweg weiter bis zum Ende des offenen Wasserlaufs unweit von Oberplars. Ab Gratsch ca. 1 ½ Std., von da wieder auf dem Waalweg in der gleichen Gehzeit zurück nach Gratsch.
Höhenunterschied: unbedeutend. |
Gesamtgehzeit: ca. 3 Std. (kann auch beliebig verkürzt werden). |
Der Tappeinerweg und Algunder Waalweg, also der Höhenweg, welcher die von exotischen Bäumen, Ziergewächsen, Weinbergen und Obstgütern geprägten Hänge zwischen Segenbühel oberhalb Meran und der Töll durchquert, gehören zu den beliebtesten Spazierwegen Merans. Zwar zählt niemand die Leute, die hier durch gemütliches Wandern Erholung suchen, aber es sind jährlich sicher viele Tausende.
Der Tappeinerweg, der uns hier nicht weiter beschäftigen soll, endet in Gratsch, und hier beginnt dann westwärts der Algunder Waalweg. Er ist nach der größten Ortschaft in diesem
Bereich benannt, er heißt so von Gratsch bis ins Gebiet der Töll. Denn abgesehen von einer Stelle, an der man den Waal kurz verlässt und ein Stück bergan - oder je nach Gehrichtung bergab - steigt, um die Wanderung fortzusetzen, gibt es keinerlei Unterbrechungen.
Wer aber entlang der Wanderung die Einheimischen nach dem Namen des Waales fragen würde, bekäme nicht überall dieselbe Antwort. Sie würde im westlichen Abschnitt Plarser Waal lauten, im mittleren Algunder Waal und im östlichsten Gratscher Waal. Der Grund dafür liegt darin, daß der Waal an allen diesen drei Ortschaften in kleinerer oder größerer Entfernung vorbei fließt und vor allem, dass er für die Bewässerung ihrer landwirtschaftlichen
Güter das Wasser liefert. Dieser Dreiteilung, von der, wie gesagt, eigentlich nur die Bauern wissen, entspricht auch die Baugeschichte des Waales, der nicht so wie andere große Waale in einem Zuge, sondern stufenweise angelegt wurde: zuerst der Plarser Waal, dann als dessen Fortsetzung der Algunder Waal und schließlich als letzte Weiterführung der Gratscher Waal.
Die Plarser waren also die ersten, die von der Töll her das Wasser der Etsch auf ihre Felder leiteten, doch leider weiß man nicht, wann dies geschah. Die Entstehung des Waales geht ins ferne Jahr 1333 zurück. Denn in diesem Jahr bestätigte König Heinrich, Sohn von Meinhard II. und Graf von Tirol, der Plarser Dorfgemeinschaft das Recht auf ihren bereits vorhandenen Wasserkanal und erlaubte den Algundern - mit Zustimmung der Plarser -
den Waal bis auf ihre Güter zu verlängern.
Die Gratscher hingegen begnügten sich noch lange mit dem Wasser der in ihren
Gebiet vom Berg herabkommenden Gräben, und erst 300 Jahre später erlaubte die Verlängerung des Algunder Waales auch bei ihnen die Bewässerung mit Etschwasser.
Diese Entstehungsgeschichte -widerlegt demnach zum einen, dass der gesamte Waal erst 1333 erbaut wurde, wie dies manchmal zu lesen ist, da ja ein nicht unerheblicher Abschnitt von ihm damals bereits bestand und Heinrich den Plarsern ihre Wasserrechte nicht erst zu verleihen, sondern nur zu bestätigen brauchte, und zum Andern wirft sie ein Licht auf die Frühgeschichte vieler Waale, von denen wir einen ähnlich stufenweisen Ausbau annehmen dürfen.
Der Wanderer von heute freilich merkt, wie erwähnt, von der Dreiteilung des Waales nichts, und es ist gewiß nicht ganz unberechtigt, wenn man ihn - zumindest aus touristischer Sicht und auch um Verwirrung zu vermeiden - in seiner Gesamtheit den Algunder Waal nennt, zumal man ihm die drei Bauphasen ja nicht ansieht und man auch nicht merkt, ob man sich etwa noch auf Plarser oder bereits auf Algunder Grund bewegt. Aber ein wenig Bescheid zu wissen schadet nichts, und sei es auch nur, um einem Bauern nicht widersprechen zu müssen, wenn er behauptet, dies hier sei etwa der Plarser und nicht der Algunder Waal.
Wandervorschlag
Allgemeines: Wollte man die Begehung des Algunder Waalweges (darunter ist hier der gesamte Waal von Plars bis Gratsch zu verstehen) zu einer Rundwanderung gestalten,
müßte man für Zugang und Rückkehr längere Straßenmärsche in Kauf nehmen, weshalb
hier empfohlen sei, von Gratsch auf dem Waalweg bis nach Plars zu wandern und wieder auf dem Waalweg zurückzukehren, sofern man für die Rückkehr nicht die örtliche Busverbindung oder eine andere Fahrmöglichkeit benützen will. Der teils unter Laubbäumen, teils durch Obst- und Weingüter führende Wahlweg ist einer der bekanntesten in der Umgebung Merans und wird dementsprechend viel begangen.


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