Samstag, 25. September 2010

Leuchtender Herbst in Meran

Wer von der Farbenpracht des Indian Summer an der amerikanischen Ostküste und im Osten Kanadas fasziniert ist, sollte einen Amberbaum (Liquidambar styraciflua) pflanzen und wird begeistert sein. Seine im Sommer grünen Blätter bieten im Herbst ein eindrucksvolles Farbenspiel: Sie färben sich dann leuchtend gelborange, weinrot oder tiefpurpur. Wichtig für eine gute Herbstfärbung ist ein sonniger Standort. Vom Liquidambar gibt es verschiedene Sorten, so dass sich auch ein Amberbaum für kleinere Gärten finden lässt.
Der Amberbaum hat sehr typische Blätter. Wie die des Ahorns sind sie fünf- bis siebenlappig, jedoch stärker eingeschnitten und sie erinnern manchen Betrachter an Seesterne, wohl deshalb ist der Liquidambar auch unter dem Namen Seesternbaum bekannt. Ein ganz deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Ahorn und Amberbaum ist die Blattstellung: Die Blätter des Ahorns stehen sich paarweise gegenüber, die des Amberbaums sind wechselständig.
Der botanische Name Liquidambar geht auf zwei Wörter zurück: Zum einen wahrscheinlich auf das lateinische Wort „liquidus" für flüssig und zum anderen auf „ambar", eine alte Bezeichnung für Bernstein oder für eine harzartige Masse. Der Name bezieht sich auf das bei Verletzungen des Stammes austretende, angenehm duftende Harz. Es wurde in Nordamerika, der Heimat des Amberbaumes, früher zur Herstellung von Kaugummi verwendet. In Mitteleuropa wird der Amberbaum nicht wegen seines Harzes gepflanzt, sondern vor allem wegen seiner fantastischen Herbstfärbung.

Als das Gartenbauamt Meran im Herbst 2009 die Genehmigung zur Fällung der Zeder an der Südost-Ecke des Hotel Adria gab, hat sie diese an die Bedingung geknüpft, einen neuen hochstämmig wachsenden Baum zu setzen. Wir haben uns für einen Liquidambar entschieden und hoffen, dass er uns und unseren Gästen mit seiner herbstlichen Farbenpracht viel Freude bereiten wird. Das Fällen der Zeder, eine 118 Jahre alte Cedrus atlantica Man aus der Familie der Pinaceae war notwendig geworden, weil der Baum durch die vielen und ergiebigen Schneefälle im Winter 2009/2010 und durch einen Brand im September 2010 gegenüberliegenden Haus schwer beschädigt worden war. Ein Ersetzen des gefällten Baumes durch wieder eine Zeder war wegen dem Risiko eines „Zedern spezifischen“ Pilzes nicht ratsam.
Der Baum wurde im Herbst 2009 in einer für uns und die Nachbarn aufregenden und abenteuerlichen Aktion fachmännisch vom Baumpfleger und Baumfäller Alfred Hofer in einem Tag erledigt.

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