Mittwoch, 22. September 2010

Südtiroler Loden


Vom Bauernrock zur Abendrobe - Aus dem Lodenstoff entstehen Kleidungsstücke zum Wohlfühlen. Erfunden wurde der Loden in den Tiroler Bergen, weil er die klimatischen Wechselbedingungen am besten meistert, gleichgültig, ob man sommerlichen Temperaturen ausgesetzt ist oder sich vor der Abendkühle schützen möchte. Im Winter dann entfaltet er seine wirklichen Qualitäten - als Kälte-, aber auch als Windschutz.

In Südtirol - Bozen erzählt man sich eine Geschichte, die wahr sein könnte: Ein Sommerfrischler am Ritten geriet in ein Gewitter, und während des Unterschlupfes lernte er bei einem Bauern das bäuerliche Tuch kennen, wasserabweisend und wärmend. Der Loden wurde in der industriellen Produktion weiterentwickelt, der Schafwolle wurde Merinowolle beigemischt, und heute wird dieses Tuch, je nach Bedarf an Geschmeidigkeit, mit Wolle der Alpaka und sogar mit Mohair und Kaschmir verfeinert.

Die Kunst, einen guten Loden herzustellen, ist aber dieselbe geblieben: Das Vlies, so heißt die frisch geschorenen Schafwolle, wird in fünf Teile geschnitten, vorgewaschen, als Flocke eingestampft, gefärbt und getrocknet. Am Ende wird der Loden aufgekratzt, eingedampft und glattgeschoren, nach dem Bürsten und Scheren hat er endlich seinen Wasserglanz und ist fertig für den Schneider. Wie das alles funktioniert, kann man im Lodenmuseum in Vintl miterleben - und elde Kleidung aus diesem Stoff auch kaufen.
Immer feinere und weichere Lodenqualitäten haben diesen Stoff nicht nur für anspruchsvolle Konfektion, sondern auch für die Haute Couture begehrt gemacht. Aus der früheren Winter- ist heute eine Allroundbekleidung geworden, gleich, ob im Designerstil oder als altösterreichische Abendrobe.

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